Kann man einem freien Markt für Daten vertrauen?

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In der Regel hat der Internetnutzer keine Kontrolle über seine persönlichen Daten. Das spanische Unternehmen „Telefonica“ möchte diesen Zustand ändern.

Die Idee ist relativ simple. Zumindest an der Oberfläche. Konkret sollen dem Konsumenten unter Zuhilfenahme eines „freien Marktes“ mehr Kontrolle über persönliche Daten und damit die Möglichkeit diese zu Marktpreisen zu verkaufen, gewährt werden.

Telefonica in Kooperation mit dem MIT Media Lab und Telekom Italien erstellten in dieser Kausalität mehrere Studien. Nuria Oliver, Wissenschaflterin bei Telefonica fasst die Zielsetzung der Studien wie folgt zusammen:

„What my research projects are developing into is how to make us part of the market that already exists, because people are selling my data and making money off it.“

In ihrer neuesten Untersuchung wurden 60 Teilnehmer mit Mobiltelefonen ausgestattet. Auf den Geräten wurden zwei Programme installiert. OpenPDS und FUNF. Die Daten der Teilnehmer wurden unterdessen in verschiedene Untergruppen wie „location“ „app usage“ und „media“ kategorisiert. Am Ende jedes Tages wurden die Teilnehmer aufgefordert deren Daten zu auktionieren und damit zum Verkauf anzubieten.

Die Studie kam zum Schluss, dass Standortdaten den Teilnehmern am intrinsisch wertvollsten erschienen. Jedoch stellte sich heraus, dass ihnen regelmäßige Standortdaten weniger wert waren als an Tagen in denen die Teilnehmer atypische Standorte aufsuchten. 79 Prozent der Teilnehmer wären bereit gewesen ihre Daten zu verkaufen. Der Koautor der Studie Jacopo Staiano sieht das Ergebnis derart:

„Besides the monetary valuations of data, one of the main findings of the work is the desire subjects expressed of beeing in control of it.“

Grundsätzlich hört sich der Gedanke der persönlichen Teilhabe am freien Datenmarkt äußerst verlockend an. Jedoch könnten unerwünschte Probleme auftreten. Beispielsweise gibt es keine Garantie dafür,  dass kapitalstarke Branchengrößen wie Google nicht damit beginnen den Datenmarkt aufzukaufen. Kleineren Marktteilnehmern aus dem öffentlichen und privaten Bereich blieben nur die Reste des Kuchen.

Jedoch kann niemand wirklich sagen kann, was unsere Daten wert sind. Um dies herauszufinden, braucht es laut Oliver einen Markt der die Preise festlegt. Wie dieser freie Markt aussehen könnte, stellt die Autorin der Studie am Ende dar:

„In its simplest form it could look like a more sustaiable digital ecosystem, in which data producers are granted monetary returns [...] derived from aggregate value resulted by the use of their data, under a trusted framework designed to preserve privacy.“

Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass Fragen zu Datenschutz nicht nur ökonomisch zu beantworten sind. Fragen der Ethik und Fragen von Wertstellung sind ebenso mitzudenken.

Quelle: http://motherboard.vice.com/en_ca/read/a-major-isp-wants-to-give-consumers-a-cut-of-the-online-data-market


DELID: Eine Organisation im Informationszeitalter

Kürzlich wurde die Delid Gmbh auf die Liste der ARGE DATEN – Österreichische Gesellschaft für Datenschutz gesetzt.

Die Liste, die ständig ergänzt wird, enthält wichtige Datenschutzorganisationen die sowohl staatliche als auch  nicht-staatliche Organisationen beinhaltet. Die vermerkten Unterehmen befassen sich mit den Themenbereichen Datenschutz, Privatsphäre und Bürgerrechten.

Seit der Gründung 1983 beschäftigt sich der gemeinnützige Verein mit Datenschutz- und Datensicherheitsfragen.

Die gesamte Auflistung der Datenschutzorganisationen finden Sie unter:

http://www.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=ORG-DATENSCHUTZ

arge.daten


Mehr Privatsphäre für den vernetzten Konsumenten

Mit Hilfe der Gratisanwendung AVG PrivacyFix wird dem Online Konsumenten ein Stück Privatsphäre zurückgegeben. Im Kern der Anwendung steht das Managen und Personalisieren der eigenen Datenschutzeinstellungen mit einem einzigen Programm.

In der momentanen App sind es vor allem die gängigen Seiten wie Facebook®, Google®, LinkedIn® und Twitter® die von AVG Privacy Fix auf deren Sicherheitseinstellungen überprüft werden können.

Zusätzlich können in der aktuellen Anwendung die Daten- und Zahlungsströme sowie der mögliche Wert für Facebook und Co. überprüft werden.

Für mich hat sich bei der Überprüfung durch AVG PrivacyFix ein möglicher, jährlicher Datenwert bei Facebook von €113 und bei Google von €53 errechnet.

Michael McKinnon, Sicherheitsberater von AVG Technologies versteht die Problematik des unsachgemäßen Datenschutzes folgendermaßen:

As more people realise that social networks and popular websites are collecting data about their activity for monetisation purposes, AVG PrivacyFix provides them with an easy way to understand and control this data collection,“

„But it´s not just about reputable sites using data to sell advertising. We increasingly live our lives online and share more personal information regularly, and as such we risk leaving ourselves open to growing online threats such as cyberbullying, cyberstalking and identity theft. Parents, in particular, are increasingly concerned about protecting family privacy, and the Progress Meter is a way fort hem to manage all of the settings in one place simply and confidently.“

AVG PrivacyFix ist in mehrere Sprachen sowie für Desktops, Tablets und Mobiltelefone (AndroidTm und IOS®) erhältlich und unter folgendem Link aufrufbar: http://www.privacyfix.com/start/install


Österreichs Auskunftsmängel in der Datenschutzpraxis

Die Republik Österreich tut sich sichtbar schwer dem Datenschutz den nötigen Stellenwert einzuräumen und eine eindeutige Position zu beziehen.

In der Ende Juni 2014 präsentierten Studie des EU geförderten Forschungsprojekts IRISS (Increasing Resilience in Surveillance Societies) heißt es einleitend: „Das Recht auf Einsichtnahme der eigenen Daten ist das zentrale Element des europäischen Datenschutzes und das wichtigste der vier Rechtsprinzipien – Zugang, Korrektur, Einspruch und Löschung.“

Im Zentrum der Studie steht die rechtskonforme Auskunft über die eigenen gespeicherten Daten. In diesem Zusammenhang wurden zehn Staaten untersucht. Das Ergebnis spricht jedoch keineswegs für Österreich.

Nur ein Drittel der gestellten Anträge wurden gesetzeskonform beantwortet. Damit liegt Österreich deutlich unter dem EU-Schnitt von 44 Prozent. Dieser Umstand beschert Österreich den vorletzten Platz in der kürzlich erschienen Studie. Nur Italien weist einen schlechteren Wert auf. Doch wie lässt sich das schlechte Abschneiden Österreichs erklären?

Ein wesentlicher Knackpunkt sind die nichtvorhandenen Datenschutzbeauftragten. Weder in Firmen noch in den jeweiligen Behörden wurden diese Posten geschaffen, denn zur Umsetzung bräuchte es „ geschultes Personal und klar definierte Abläufe“ ausreichende Ressourcen sowie eine ausgeprägte rechtliche Basis. All dies sucht man in Österreich vergebens.

Nicht nur, dass hierzulange eine Frist von 56 Tagen zur Beantwortung von Datenschutzanfragen verstreichen muss ebenso wenig besteht die Pflicht einen Datenschutzbeauftragten zu ernennen. Österreich ist laut IRISS-Studie auch das einzige Land in dem keine Eingangsbestätigungen ausgestellt werden müssen. Der Antragsteller wird somit völlig im Dunkeln gelassen ob sein Antrag nun bearbeitet, gelöscht oder einfach ignoriert wird.

Oftmals scheitert es bereits daran, den Datenverarbeiter überhaupt ausfindig zu machen. Ein Viertel der Versuche in Österreich schlugen fehl. Auch der EU-Schnitt mit 20 Prozent fällt äußerst bescheiden aus. Vor allem die ordnungsgemäße Ausschilderung von Überwachungskameras wurde als mangelhaft eingestuft. Auf Anfragen zu gespeicherten Videodaten wurde in den meisten Fällen nicht geantwortet. Ebenso Fragen bezüglich der Weitergabe von Daten an Dritte, zeigt sich Österreich widerwillig eine Antwort zu geben. Dreiviertel der Datenanfragen wurden nicht gesetzeskonform beantwortet.  Auskünfte zu Art und Zweck der Verarbeitung bzw. Weitergabe blieben in 71 Prozent der Fälle unbeantwortet.

Diese Tatsache spiegelt die teilweise vorhandene Ignoranz wieder. Der Datenverarbeiter kann Anträge dauerhaft ignorieren, auch weil es an nötigen Sanktionen bei entsprechenden Verletzungen fehlt.

Doch das grundlegende Problem liegt in der europaweiten Umsetzung. Offensichtlich wurden die EU-Richtlinien derart in nationales Recht umgesetzt, dass es den Unions-Bürgern schlicht weg an Möglichkeiten fehlt, das verbriefte Recht zur Datenauskunft auszuüben.

Aus diesem Grund bestehe „für die Politik dringender Handlungsbedarf – sowohl im Rahmen der EU als auch auf nationaler Ebene“ so Clive Norris einer der beiden Autoren der Studie.


Datenschutzreform: Europaparlament stimmt für Datenschutzpaket

Nach zwei Jahren ist es dem Europaparlament gelungen, über einen Entwurf für eine Datenschutz-Grundverordnung abzustimmen. 621 von 653 Abgeordneten votierten für eine Stärkung des digitalen Datenschutzes.

Die Europäische Kommission wertete die Zustimmung des Parlaments als „wichtiges Signal des Fortschritts“ in der europäischen Diskussion um Datenschutz, da somit auch ein entsprechender Entwurf der Kommission unterstützt werde. Das Gesetzgebungsverfahren könne nun fortgesetzt werden.

Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, sieht in der Abstimmung gar einen „Schritt zur Verbindung der wirtschaftlichen Chancen der digitalen Revolution mit dem Grundrecht von allen Bürgern“. Wenn die Menschen überzeugt seien, dass ihre Daten geschützt sind, könne auch der europäische Binnenmarkt gestärkt werden.

Das Votum sei ein erster Schritt, das Parlament, die Kommission und die Regierungen zu Verhandlungen zu animieren, um die Gewährleistung der Privatsphäre der Bürger voranzubringen.

Auch Peter Schaar, der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte, bewertete das Votum in Brüssel positiv. Die Kanzlerin solle nun das Thema Datenschutz in die Hand nehmen, „um das wichtigste europäische Reformvorhaben im Bereich der Rechts- und Innenpolitik endlich über die Ziellinie zu bringen“.

Das Votum kommt zu einem passenden Zeitpunkt, denn erst kürzlich hatten Verbraucherschützer erfolgreich gegen Google geklagt. Der Internetkonzern will jedoch in Berufung gehen. Das Problem für die Verbraucherzentralen: Es fehlt ihnen nach geltendem Recht ein Klageinstrument. Die künftige Bundesregierung müsse daher „eine erweiterte Klagebefugnis“ schaffen, sagte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

Durch die Klage gegen Google hatten die Verbraucherschützer zahlreiche Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen des Internetkonzerns vorerst zu Fall gebracht. Das Landgericht Berlin erklärte insgesamt 25 Klauseln für rechtswidrig. Bei 13 der Klauseln geht es um Datenschutz. Der Konzern habe sich unter anderem das Recht vorbehalten, „möglicherweise“ gerätespezifische Informationen und Standortdaten zu erfassen oder „unter Umständen“ personenbezogene Daten aus den verschiedenen Google-Diensten miteinander zu verknüpfen, so Billen.

Allein durch das Bestätigen der Erklärung: „Ich stimme den Nutzungsbedingungen von Google zu und habe die Datenschutzerklärung gelesen” sei laut vzbv jedoch keine rechtskonforme Einwilligung in die Nutzung personenbezogener Daten möglich.

Doch Google wehrt sich: „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Nutzungsbedingungen und unsere Datenschutzerklärung im Einklang mit den entsprechenden Gesetzen sind“, sagte der Kommunikationschef von Google Nordeuropa, Kay Overbeck.